Heurigen in Wien: Die wichtigsten Heurigenorte und wie man sie besucht
Heurigen in Wien gibt es weit über Grinzing hinaus. Ein Überblick über die Heurigenorte der Stadt, Buffet-Klassiker und Gepflogenheiten.

Der Heurige ist eine Wiener Institution. Er verbindet Wein, einfache Küche und Geselligkeit und ist für viele der Inbegriff eines gelungenen Abends. Heurigen in Wien gibt es in mehreren Bezirken, und jeder Heurigenort hat seinen eigenen Charakter. Während Grinzing international bekannt ist, schätzen viele Einheimische gerade die weniger bekannten Weinorte am Stadtrand.
Was Heurigen in Wien ausmacht
Ursprünglich war der Heurige ein Ort, an dem Weinbauern ihren eigenen Wein direkt ausschenken durften. Dieses Recht geht auf historische Bestimmungen zurück. Bis heute gilt: Ein echter Heuriger schenkt überwiegend eigenen Wein aus. Ein Föhrenbuschen über dem Eingang zeigt an, dass ausg'steckt ist, also geöffnet. Daneben gibt es Heurigenrestaurants, die ganzjährig und mit größerer Speisekarte betrieben werden.
Wien als Weinstadt
Wien gehört zu den wenigen Großstädten der Welt mit nennenswertem Weinbau innerhalb der Stadtgrenzen. Die Weinberge prägen das Stadtbild an mehreren Rändern und sind eng mit der Heurigenkultur verbunden.
Die wichtigsten Heurigenorte
Grinzing (19. Bezirk)
Der bekannteste Heurigenort, mit dörflichem Ortsbild und vielen Lokalen. Gut mit der Straßenbahnlinie 38 erreichbar.
Nussdorf und Sievering (19. Bezirk)
Ebenfalls in Döbling gelegen, etwas ruhiger als Grinzing. Nussdorf liegt am Fuß von Kahlenberg und Leopoldsberg, Sievering in einem Tal zwischen Weinbergen.
Neustift am Walde (19. Bezirk)
Ein weiterer Döblinger Weinort mit langer Heurigentradition und Nähe zum Wienerwald.
Stammersdorf und Strebersdorf (21. Bezirk)
Nördlich der Donau in Floridsdorf gelegen, gilt Stammersdorf mit seiner Kellergasse als einer der ursprünglichsten Heurigenorte Wiens. Die Weinberge am Bisamberg bieten schöne Spazierwege.
Mauer (23. Bezirk)
Im Süden der Stadt in Liesing liegt Mauer, ein Heurigenort mit gemütlicher Atmosphäre und Weinbergen am Rand des Wienerwalds.
Das Heurigenbuffet
Zum Wein gehört beim Heurigen das Essen. Typisch sind:
- Liptauer und andere Aufstriche
- Schwarzbrot und Gebäck
- Schweinsbraten, Surbraten und Stelze
- Blunzn und Wurstwaren
- Erdäpfelsalat, Krautsalat und Gurkensalat
- Käse und eingelegtes Gemüse
- Mehlspeisen wie Strudel
Bei vielen Heurigen holt man das Essen selbst am Buffet und bezahlt dort, die Getränke werden am Tisch bestellt.
Wein beim Heurigen
Ausgeschenkt werden meist Weine aus eigenem Anbau. Eine Wiener Spezialität ist der Wiener Gemischte Satz, ein Wein aus mehreren Rebsorten, die im selben Weingarten wachsen und gemeinsam gelesen und verarbeitet werden. Daneben sind Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder verbreitet. Wer es leichter möchte, bestellt einen Gespritzten.
Tipps für den Heurigenbesuch
- Öffis statt Auto, da Wein im Mittelpunkt steht
- Öffnungszeiten vorab prüfen, viele Heurige haben nur zeitweise ausg'steckt
- Bei größeren Gruppen reservieren
- Warme Jacke mitnehmen, im Garten wird es abends kühl
Heurigen und Wandern verbinden
Viele Heurigenorte liegen direkt an Wanderwegen durch Weingärten und Wienerwald. Ein Spaziergang am Nachmittag, gefolgt von einem Heurigenbesuch am Abend, ist eine typische Wiener Freizeitkombination und für Einheimische wie Gäste gleichermaßen reizvoll.
So wird der Heurige zu dem, was er in Wien seit jeher ist: ein Ort zum Zusammensitzen.
Häufige Fragen
Welche Heurigenorte gibt es in Wien?
Unter anderem Grinzing, Nussdorf, Sievering, Neustift am Walde, Stammersdorf, Strebersdorf und Mauer.
Wie erkennt man, ob ein Heuriger offen hat?
Am Föhrenbuschen über dem Eingang. Hängt er dort, ist ausg'steckt.
Was trinkt man beim Heurigen?
Meist Wein aus eigenem Anbau, etwa Wiener Gemischten Satz oder Grünen Veltliner, pur oder gespritzt.