Lainzer Tiergarten: Wandern im ehemaligen kaiserlichen Jagdrevier
Wildschweine, uralte Eichen und die Hermesvilla: Der Lainzer Tiergarten ist eines der wildesten Naturgebiete Wiens. Tipps für den Besuch.

Mitten im Westen Wiens liegt ein Naturgebiet, das sich anfühlt wie ein Ausflug aufs Land: der Lainzer Tiergarten. Das ehemalige kaiserliche Jagdrevier im 13. Bezirk ist von einer langen Mauer umgeben und gehört zum Biosphärenpark Wienerwald. Hier leben Wildschweine, Rehe und viele andere Tiere, und zwischen den Wegen stehen teils jahrhundertealte Eichen. Wer im Lainzer Tiergarten wandert, erlebt eine Ruhe, die man in einer Großstadt kaum erwartet.
Geschichte des Lainzer Tiergartens
Das Gebiet diente den Habsburgern lange als Jagdrevier. Die Mauer, die den Tiergarten bis heute umschließt, wurde im 18. Jahrhundert errichtet. Kaiser Franz Joseph ließ später die Hermesvilla als Rückzugsort für Kaiserin Elisabeth bauen. Heute gehört die Villa zum Wien Museum und ist zu bestimmten Zeiten zugänglich.
Wandern im Lainzer Tiergarten
Ein dichtes Netz an Wegen erschließt das Gebiet. Es gibt breite, flache Wege, die sich auch für Familien eignen, und schmalere Pfade mit mehr Höhenmetern. Auch einer der Wiener Stadtwanderwege führt durch den Tiergarten. Karten und Beschreibungen findet man bei der Stadt Wien – Details auf wien.gv.at prüfen.
Beliebte Ziele
- Hermesvilla: das historische Schlösschen, nicht weit vom Lainzer Tor
- Hubertuswarte: Aussichtsturm auf dem Kaltbründlberg mit Blick über den Wienerwald
- Wiesen und Lichtungen: ideal für Rast und Tierbeobachtung
- Alte Eichenbestände: knorrige Baumriesen, die das Bild des Tiergartens prägen
Öffnungszeiten und Tore
Der Lainzer Tiergarten ist nicht rund um die Uhr zugänglich. Die Tore haben saisonale Öffnungszeiten, und nicht alle Eingänge sind das ganze Jahr geöffnet. Bekannte Zugänge sind etwa das Lainzer Tor und das Nikolaitor. Da sich Öffnungszeiten ändern und es während der Jagd- oder Setzzeiten Einschränkungen geben kann, unbedingt vorab auf wien.gv.at prüfen. Wichtig: Rechtzeitig vor Torschluss zurück sein.
Verhaltensregeln
Der Lainzer Tiergarten ist ein Schutzgebiet mit besonderen Regeln. Die wichtigsten:
- Hunde sind im Tiergarten nicht erlaubt.
- Auf den markierten Wegen bleiben.
- Wildtiere niemals füttern oder sich ihnen nähern.
- Radfahren ist nur eingeschränkt bzw. nicht überall erlaubt – Beschilderung beachten.
- Müll wieder mitnehmen.
Begegnung mit Wildschweinen
Wildschweine gehören zum Tiergarten wie die Eichen. Meist sind sie scheu, Bachen mit Frischlingen können aber ihren Nachwuchs verteidigen. Ruhig bleiben, Abstand halten und langsam weitergehen.
Ausrüstung
- Feste Schuhe – manche Wege sind nach Regen sehr gatschig
- Getränke und Jause, da es nur wenige Einkehrmöglichkeiten gibt
- Fernglas für die Tierbeobachtung
- Zeckenschutz in der warmen Jahreszeit
Die beste Zeit für einen Besuch
Im Frühling blühen die Wiesen, im Herbst färben sich die Eichen und Buchen. Wer Tiere sehen möchte, hat am frühen Morgen und gegen Abend die besten Chancen – dabei aber stets die Torschlusszeiten im Blick behalten. An schönen Wochenenden ist es rund um die Hermesvilla belebt, in den hinteren Teilen bleibt es meist ruhig.
Lainzer Tiergarten: Fazit für den Ausflug
Wer den Lainzer Tiergarten besucht, sollte sich Zeit lassen. Das Gebiet ist groß genug, um einen ganzen Tag darin zu verbringen, ohne dieselben Wege zweimal zu gehen. Gerade die ruhigeren Bereiche abseits der Tore belohnen mit Begegnungen mit Wildtieren und einer Stille, die man so nahe an der Stadt kaum erwartet.
Häufige Fragen
Darf man mit Hund in den Lainzer Tiergarten?
Nein, Hunde sind im Lainzer Tiergarten nicht erlaubt.
Ist der Eintritt in den Lainzer Tiergarten kostenlos?
Der Zugang zum Tiergarten selbst ist frei. Für die Hermesvilla als Museum gelten eigene Bedingungen.
Wann hat der Lainzer Tiergarten geöffnet?
Die Öffnungszeiten variieren je nach Saison und Tor. Aktuelle Infos gibt es auf wien.gv.at.