Josefstadt: Der kleinste Bezirk Wiens im Porträt
Die Josefstadt ist flächenmäßig der kleinste Wiener Bezirk, aber reich an Theatern, Palais und Kaffeehauskultur. Ein Überblick über den 8. Bezirk.

Die Josefstadt ist der 8. Wiener Gemeindebezirk und flächenmäßig der kleinste Bezirk der Stadt. Mit der Postleitzahl 1080 liegt sie zwischen dem Rathausviertel der Inneren Stadt und dem Gürtel, begrenzt von der Lerchenfelder Straße im Süden und der Alser Straße im Norden. Trotz ihrer geringen Größe hat die Josefstadt einen ausgeprägten Charakter: bürgerlich, ruhig und mit vielen kleinen Geschäften, Theatern und traditionsreichen Kaffeehäusern.
Josefstadt: Geschichte und Charakter
Der Bezirk ist nach Kaiser Joseph I. benannt, die Vorstadt Josefstadt entstand um 1700. Später kamen weitere Vorstadtgebiete wie Alservorstadt-Teile, Breitenfeld, Strozzigrund und Altlerchenfeld hinzu. Viele Häuser stammen aus dem Biedermeier und der Gründerzeit, dazwischen stehen barocke Palais. Die Josefstadt galt lange als Bezirk von Beamten, Akademikern und Künstlern, was sich bis heute in der Atmosphäre widerspiegelt.
Sehenswertes in der Josefstadt
Das Theater in der Josefstadt ist eine der ältesten noch bespielten Bühnen Wiens und das kulturelle Aushängeschild des Bezirks. Ganz in der Nähe liegt die Piaristenkirche Maria Treu mit dem barocken Platz davor, umgeben vom gleichnamigen Grätzl. Das Palais Auersperg an der Grenze zum 7. Bezirk ist heute ein Veranstaltungsort. Der Schönbornpark bietet eine kleine grüne Pause zwischen den Häuserzeilen.
Das Piaristenviertel
Rund um die Piaristengasse und den Jodok-Fink-Platz liegt eines der stimmungsvollsten Viertel des Bezirks. Enge Gassen, niedrige Biedermeierhäuser und kleine Lokale prägen das Bild. Wer die Josefstadt kennenlernen will, beginnt am besten hier.
Öffis in der Josefstadt
Entlang der Josefstädter Straße fährt die Straßenbahnlinie 2, die den Bezirk direkt mit dem Ring verbindet. Am Gürtel liegt die U6-Station Josefstädter Straße, an der Grenze zur Inneren Stadt die U2-Station Rathaus. Quer durch den Bezirk verläuft der Bus 13A, außerdem verbinden weitere Straßenbahnlinien entlang der Alser Straße und der Lerchenfelder Straße die Josefstadt mit den Nachbarbezirken. Da der Bezirk so kompakt ist, sind die meisten Wege auch gut zu Fuß machbar.
Wohnen in der Josefstadt
Die Josefstadt gilt als gehobene, ruhige Wohnlage mit viel Altbausubstanz. Typisch sind Wohnungen in Biedermeier- und Gründerzeithäusern, oft mit Innenhöfen. Die Nähe zur Universität, zum Rathaus und zur Inneren Stadt macht den Bezirk für Studierende ebenso interessant wie für Familien und Berufstätige. Große Parks gibt es wenige, dafür sind Augarten, Volksgarten und Rathauspark nicht weit entfernt.
Grätzl-Tipps
- Piaristenviertel: enge Gassen und barocke Kirche.
- Lange Gasse: kleine Läden, Lokale und typischer Josefstädter Charme.
- Josefstädter Straße: Hauptachse mit Geschäften und Kaffeehäusern.
- Schönbornpark: ruhige Grünfläche mitten im Bezirk.
- Rund um das Theater in der Josefstadt: abendlicher Spaziergang nach der Vorstellung.
Alltag im 8. Bezirk
Der Alltag in der Josefstadt spielt sich vor allem in den Geschäftsstraßen ab. Bäckereien, Buchhandlungen, Greißler und Kaffeehäuser prägen die Josefstädter Straße und die Lange Gasse. Viele Wege lassen sich zu Fuß erledigen, und auch die Universität und das Rathaus sind in wenigen Minuten erreichbar. Weil der Bezirk kaum Durchzugsverkehr kennt, ist es in vielen Gassen auch tagsüber angenehm ruhig. Wer Wien im kleinen Maßstab erleben möchte, findet in der Josefstadt ein passendes Beispiel: überschaubar, gewachsen und mit einem ausgeprägten Sinn für Kultur.
Häufige Fragen
Ist die Josefstadt wirklich der kleinste Bezirk Wiens?
Ja, flächenmäßig ist der 8. Bezirk der kleinste der 23 Wiener Gemeindebezirke.
Welche Postleitzahl hat die Josefstadt?
Die Josefstadt hat die Postleitzahl 1080.
Nach wem ist die Josefstadt benannt?
Der Name geht auf Kaiser Joseph I. zurück, in dessen Regierungszeit die Vorstadt entstand.