Wiener Hochquellwasser: Woher das Trinkwasser der Stadt kommt
Wien bezieht sein Trinkwasser aus den Alpen. Wie das Wiener Hochquellwasser in die Stadt gelangt und was Haushalte darüber wissen sollten.

Das Wiener Hochquellwasser ist für viele Menschen in der Stadt eine Selbstverständlichkeit: Man dreht den Hahn auf und bekommt Wasser, das direkt aus den Bergen stammt. Kaum eine Großstadt kann ihr Trinkwasser so unmittelbar aus alpinen Quellgebieten beziehen. Dieser Beitrag erklärt, woher das Wasser kommt, wie es in die Stadt gelangt, wer dafür zuständig ist und was man als Haushalt wissen sollte.
Woher das Wiener Hochquellwasser stammt
Der Großteil des Wiener Trinkwassers kommt aus Quellgebieten in den Kalkalpen in Niederösterreich und der Steiermark – rund um Rax, Schneeberg, Schneealpe und Hochschwab. Dort versickert Regen- und Schmelzwasser im Karstgestein, wird auf natürliche Weise gefiltert und tritt an Quellen wieder aus. Die Stadt schützt diese Gebiete seit langem, unter anderem durch eigene Quellschutzwälder, damit die Wasserqualität dauerhaft erhalten bleibt.
Die Hochquellenleitungen
Das Wasser gelangt über zwei große Leitungen nach Wien: die I. und die II. Wiener Hochquellenleitung. Beide wurden in historischer Zeit errichtet und gelten als Meisterwerke der Ingenieurskunst. Das Besondere: Das Wasser fließt größtenteils mit natürlichem Gefälle in die Stadt, ohne dass dafür Pumpen nötig sind. Über Wasserbehälter am Stadtrand wird es anschließend in das Rohrnetz verteilt.
Wer zuständig ist
Für Versorgung, Leitungsnetz und Wasserqualität ist die Magistratsabteilung 31 – Wiener Wasser zuständig. Sie überwacht das Wasser laufend und veröffentlicht Informationen zur Qualität. Bei Fragen zu Wasserrohrbrüchen im öffentlichen Netz, zur Wasserhärte oder zur Versorgung ist Wiener Wasser die richtige Anlaufstelle.
Wasserqualität und Wasserhärte
Das Wiener Hochquellwasser muss strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen und wird regelmäßig kontrolliert. Wer genaue Werte etwa zur Härte des Wassers in seinem Bezirk braucht – zum Beispiel für die Einstellung von Kaffeemaschine oder Geschirrspüler – findet diese bei Wiener Wasser auf wien.gv.at.
Tipps für Haushalte
- Nach längerer Abwesenheit das Wasser kurz laufen lassen, bis es frisch und kühl aus der Leitung kommt.
- Für die Hausinstallation hinter dem Wasserzähler ist in der Regel die Eigentümerin bzw. der Eigentümer verantwortlich.
- In sehr alten Gebäuden können alte Leitungen eine Rolle spielen – im Zweifel die Hausverwaltung fragen.
- Leitungswasser statt Flaschenwasser spart Geld, Transportwege und Plastikmüll.
Trinkbrunnen in der Stadt
Im öffentlichen Raum stehen zahlreiche Trinkbrunnen, an denen man sich kostenlos mit Hochquellwasser versorgen kann. Gerade im Sommer sind sie eine einfache Möglichkeit, unterwegs genug zu trinken. Einige Brunnen verfügen zusätzlich über Sprühnebel zur Abkühlung. Die Standorte sind im digitalen Stadtplan der Stadt Wien verzeichnet.
Warum der Schutz des Wiener Hochquellwassers wichtig ist
Die hohe Qualität des Wassers ist kein Zufall, sondern das Ergebnis langfristiger Vorsorge. Die Quellgebiete werden forstwirtschaftlich so betreut, dass der Waldboden als natürlicher Filter erhalten bleibt. Gleichzeitig muss das Leitungsnetz in der Stadt laufend erneuert und gewartet werden. Auch jeder Haushalt kann einen kleinen Beitrag leisten: Keine Speisereste, Öle oder Chemikalien in den Abfluss gießen, Wasser bewusst nutzen und tropfende Hähne rasch reparieren lassen. So bleibt das Wiener Hochquellwasser auch für künftige Generationen ein Stück Lebensqualität.
Wer sich für die Geschichte der Wasserversorgung interessiert, findet in Wien außerdem Ausstellungen und Führungen rund um das Thema Wasser; aktuelle Angebote kündigt Wiener Wasser an.
Häufige Fragen
Kann man das Wiener Leitungswasser bedenkenlos trinken?
Das Wasser aus dem öffentlichen Netz wird laufend kontrolliert und hat Trinkwasserqualität. Für den Zustand der Leitungen im Haus ist die Liegenschaft verantwortlich.
Wo erfahre ich die Wasserhärte in meinem Bezirk?
Aktuelle Angaben zur Wasserhärte veröffentlicht Wiener Wasser (MA 31) auf wien.gv.at.
Wen kontaktiere ich bei einem Wasserrohrbruch auf der Straße?
Störungen im öffentlichen Leitungsnetz meldet man bei Wiener Wasser. Die aktuellen Kontaktwege stehen auf wien.gv.at.