Lobau: Wiens Stück Nationalpark Donau-Auen entdecken
Die Lobau ist Wildnis am Stadtrand: Altarme, Auwald und eine reiche Tierwelt. Was man über den Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen wissen sollte.

Im Südosten Wiens, im 22. Bezirk, liegt ein Naturgebiet, das zu den wertvollsten der Stadt zählt: die Lobau. Sie ist Teil des Nationalparks Donau-Auen, der sich von Wien entlang der Donau bis zur Grenze mit der Slowakei erstreckt. Wer in die Lobau kommt, erlebt eine Aulandschaft mit Altarmen, dichtem Auwald, Schilfzonen und Heißländen – trockenen, steppenartigen Flächen. Es ist ein Stück Wildnis, das man mit den Öffis erreichen kann.
Was die Lobau besonders macht
Auen sind Landschaften, die vom Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser geprägt sind. In der Lobau ist diese Dynamik durch frühere Regulierungen zwar eingeschränkt, dennoch hat sich eine erstaunliche Vielfalt erhalten. Typisch sind:
- Stille Altarme mit Seerosen und Schilf
- Auwald mit Weiden, Pappeln und Eschen
- Heißländen mit trockenheitsliebenden Pflanzen
- Eine reiche Vogelwelt, darunter Reiher und Eisvögel
- Amphibien, Libellen und mit etwas Glück Biber-Spuren
Obere und Untere Lobau
Grob unterscheidet man die Obere Lobau, die näher an der Stadt liegt, und die Untere Lobau weiter flussabwärts. Die Obere Lobau ist im Sommer auch zum Baden beliebt, etwa am Dechantlacke-Bereich, während die Untere Lobau eher ruhiger und wilder wirkt. In beiden Teilen gelten die Regeln des Nationalparks.
Wandern in der Lobau
Ein Netz aus Wegen erschließt das Gebiet. Die Wege sind flach, aber nicht überall befestigt – nach Regen kann es gatschig werden. Auch der Rundumadum-Wanderweg führt durch die Lobau. Ein guter Ausgangspunkt für Informationen ist das Nationalparkhaus wien-lobAU, wo es Infos zu Routen und oft auch geführte Touren gibt. Aktuelle Programme und Öffnungszeiten vorab beim Nationalpark Donau-Auen bzw. auf wien.gv.at prüfen.
Radfahren in der Lobau
Die Lobau ist auch bei Radfahrerinnen und Radfahrern beliebt. Allerdings ist Radfahren nur auf dafür freigegebenen Wegen erlaubt. Die Beschilderung vor Ort gibt Auskunft. Rücksicht auf Fußgängerinnen und Fußgänger ist selbstverständlich.
Verhaltensregeln im Nationalpark
Als Nationalpark unterliegt die Lobau besonderen Schutzbestimmungen:
- Auf den Wegen bleiben – besonders in sensiblen Bereichen
- Hunde an der Leine führen
- Keine Pflanzen pflücken und keine Tiere stören
- Kein Feuer und kein Campieren
- Müll wieder mitnehmen
Ausrüstung
- Wasserfeste Schuhe, da Wege feucht sein können
- Gelsenschutz – in der Au unverzichtbar, besonders im Sommer
- Fernglas für die Vogelbeobachtung
- Ausreichend Trinkwasser, da Einkehrmöglichkeiten rar sind
- Sonnenschutz für die offenen Heißländen
Beste Zeit für einen Besuch
Im Frühling ist die Vogelwelt besonders aktiv, und die Au erwacht zu sattem Grün. Der Herbst bringt Nebelstimmungen und buntes Laub. Im Sommer locken die Badeplätze, dafür sind die Gelsen besonders lästig. Auch im Winter hat die Lobau ihren Reiz, wenn die kahlen Bäume den Blick auf die Altarme freigeben.
Die Lobau als Lernort
Die Lobau ist nicht nur Erholungsgebiet, sondern auch ein Ort, an dem man viel über Auenökologie lernen kann. Infotafeln entlang der Wege erklären Zusammenhänge zwischen Wasser, Pflanzen und Tieren. Für Schulklassen und Familien gibt es Bildungsangebote des Nationalparks, deren aktuelles Programm man vorab auf der Website des Nationalparks Donau-Auen nachsehen kann.
Häufige Fragen
Gehört die Lobau zum Nationalpark Donau-Auen?
Ja, die Lobau ist der Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen.
Darf man in der Lobau Rad fahren?
Ja, aber nur auf den dafür freigegebenen Wegen. Die Beschilderung vor Ort beachten.
Darf man in der Lobau baden?
In bestimmten Bereichen der Oberen Lobau ist Baden üblich. Die geltenden Regeln am besten vorab beim Nationalpark prüfen.