Wohnen & Umland

Barrierefrei umbauen: So wird die Wohnung alltagstauglich für jedes Alter

Schwellen, enge Türen und hohe Duschtassen werden mit der Zeit zum Hindernis. Wie man eine Wohnung in Wien barrierefrei umbauen kann.

WienPuls Redaktion · 21. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

barrierefrei umbauen: Symbolbild (KI-generiert)
Symbolbild, mit KI generiert (ChatGPT Image)

Was in jungen Jahren kaum auffällt, kann später zur täglichen Hürde werden: die Schwelle zum Balkon, die hohe Duschtasse, die schmale Badtür. Wer seine Wohnung barrierefrei umbauen möchte, sorgt dafür, dass man auch mit eingeschränkter Mobilität, nach einer Verletzung oder im Alter möglichst selbstständig leben kann. Auch Familien mit Kinderwagen profitieren davon. Dieser Beitrag zeigt, wo man ansetzen kann und welche Schritte sinnvoll sind.

Barrierefrei umbauen: Wo die größten Hürden liegen

Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. Gehen Sie die Wohnung Raum für Raum durch und überlegen Sie, welche Wege im Alltag schwierig sind. Häufig sind es dieselben Stellen:

  • Eingang und Stiegenhaus: Stufen vor dem Haus oder ein fehlender Lift.
  • Schwellen: zwischen Räumen, zum Balkon oder ins Bad.
  • Türen: zu schmal für Rollator oder Rollstuhl.
  • Badezimmer: Wanne oder hohe Duschtasse, kein Platz zum Wenden.
  • Küche: hohe Oberschränke, wenig Beinfreiheit unter der Arbeitsfläche.

Das Bad als wichtigster Raum

Das Badezimmer ist meist der wichtigste Ansatzpunkt. Eine bodengleiche Dusche mit rutschhemmendem Belag ersetzt die Wanne und erleichtert den Einstieg. Haltegriffe neben WC und Dusche geben Sicherheit, ein Duschsitz schafft zusätzliche Entlastung. Ausreichend Bewegungsfläche vor den Sanitärobjekten ist entscheidend, gerade wenn eine Gehhilfe genutzt wird.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

  • Einhebelmischer statt Drehgriffen an den Armaturen.
  • Unterfahrbares Waschbecken und ein Spiegel in passender Höhe.
  • Bewegungsmelder für Licht in Flur und Bad, besonders in der Nacht.
  • Rutschfeste Bodenbeläge und gut sichtbare Kontraste an Kanten.
  • Teppiche und lose Kabel als Stolperfallen entfernen.

Türen, Böden und Küche

Schwellen lassen sich oft entfernen oder mit Rampen überbrücken. Zu schmale Türen können verbreitert werden, wenn die Wand es zulässt. Schiebetüren sparen Platz und sind leichter zu bedienen. In der Küche helfen ausziehbare Unterschränke, eine angepasste Arbeitshöhe und Geräte in Greifhöhe, etwa ein hoch eingebauter Backofen.

Eingriffe in Mietwohnungen und Wohnungseigentum

Wer zur Miete wohnt, sollte bauliche Veränderungen mit der Vermieterseite abstimmen. Bei Maßnahmen an allgemeinen Teilen des Hauses, etwa ein Treppenlift im Stiegenhaus oder eine Rampe am Eingang, sind Hausverwaltung und gegebenenfalls die Eigentümergemeinschaft einzubinden. Bei Eingriffen in tragende Wände kann eine Bewilligung der Baubehörde nötig sein.

Beratung und Förderung

Für barrierefreie Umbauten gibt es in Österreich verschiedene Unterstützungsangebote. In Wien informieren die offiziellen Stellen der Stadt, etwa der wohnfonds_wien, über mögliche Förderungen für Wohnungsanpassungen. Darüber hinaus können je nach persönlicher Situation auch Sozialversicherungsträger oder das Sozialministeriumservice Ansprechpartner sein. Die genauen Bedingungen ändern sich, daher lohnt sich immer ein Blick auf die aktuellen Informationen der jeweiligen Stelle, bevor mit dem Umbau begonnen wird.

Hilfreich ist außerdem eine fachkundige Beratung vor Ort, etwa durch Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, die den tatsächlichen Bedarf einschätzen können.

Wer ohnehin eine Renovierung plant, sollte barrierefreie Lösungen gleich mitdenken. Eine bodengleiche Dusche, breitere Türen oder schwellenlose Übergänge lassen sich im Zuge einer Sanierung meist einfacher umsetzen als nachträglich. So entsteht eine Wohnung, die in jeder Lebensphase gut funktioniert.

Häufige Fragen

Muss ich die ganze Wohnung umbauen?

Nein. Oft reichen gezielte Maßnahmen in Bad, Eingang und bei den Schwellen, um den Alltag deutlich zu erleichtern.

Darf ich als Mieterin oder Mieter barrierefrei umbauen?

Bauliche Veränderungen sollten mit der Vermieterseite abgestimmt und am besten schriftlich vereinbart werden.

Wo bekomme ich Informationen zu Förderungen?

In Wien informiert unter anderem der wohnfonds_wien. Je nach Situation kommen auch Sozialversicherung oder Sozialministeriumservice infrage.

Kostenlos & unverbindlich

Angebot für Sanierung anfragen

Sie planen ein Projekt im Bereich Sanierung / Renovierung? Schicken Sie uns kurz Ihr Vorhaben, ein passender Fachbetrieb aus Wien meldet sich bei Ihnen.

  • Geprüfte Betriebe aus Wien und Umgebung
  • Rückmeldung meist innerhalb von 24 Stunden
  • Keine Kosten, keine Verpflichtung
Umsetzung